“Let’s watch a movie at your place!”, sagt Lorena zu Rachel, waehrend sie in meine Pommes langt.
“Alright, but we need Banana Pudding.”

Mit Banana Pudding ist Bananenpudding von einem Pudding-Spezialitaetengeschaeft auf dem Rodeo Drive gemeint. Von dem Preis erfahre ich natuerlich erst, nachdem Rachel ihre Kreditkarte ueber die Theke schiebt. 7$ fuer nen verfluchten Pudding, kein Wunder, dass die Wirtschaft in einer Krise steht. Doch alle sieben Dollar stellen sich nach dem ersten Bissen als gelungene Investition heraus – der Pudding ist alles andere al Pudding, mehr eine klebrige Masse mit ungekannter Konsistenz und leckeren Geschmackstuepfeln – ein pickig-teures Vergnuegen fuer den luxorioesen Auslandszivildiener.

Rachel hat, wie der Zufall es will, zuhause DVDs rumliegen, die von den Academy Awards – bei uns bekannt als Oscars – versendet werden, um die Meinung von Leuten zu bekommen. Die DVDs sind wie kleine Hochsicherheitsgefaengnisse; kopiert man sie zum Beispiel, hinterlaesst sie ein Wasserzeichen im Video, das genau auf den Empfaenger dieser Leih-DVD zurueckzufuehren ist.
“For your consideration” und “For a limited time” sind die Mottos. Toll, dass man einen Film 100% legal zu sehen bekommt, der vielleicht Oscar-nominiert wird, von den Oscar-Machern kommt und noch nicht einmal ordentliche Promotion-Kampagnen online hat; von einem offiziellen Filmposter ganz zu schweigen.

.

.

Australia

Der Film mit Wolverine und Nicole Kidman spielt im Wilden Australien. Der Film handelt um die Ehefrau eines gemeuchelten Kuhzuechters, einem wilden Cowboy und Viehtreiber, und einem kleinen, halb weissen, halb aboriginalem Jungen. Die Frau uebernimmt die Farm und die Herausforderung, die Kuehe quer ueber den Staat zu treiben, um sie in bares Geld zu verwandeln und das Marktmonopol des Kuhzuechter-Boesewichts aufzuheben.
Die Story will ich nicht weiter verraten, aber scheint sich der Film dem Ende zuzuneigen, faengt wieder eine neue Geschichte an, und wieder und wieder. Waere als Trilogie oder drei voellig unabhaengige Filme sicher besser gekommen.

Die Romanze der Kuhliebhaber ist recht kitschig, dafuer bietet der Film allen Wolverine-Groupie-Kreischmonstern eine Menge Masturbatiervorlagen. Abgesehen von der anstrengenden Laenge des Filmes, ist die verwirrend erzaehlte Story das einzig wirkliche Manko; die Bilder sind atemberaubend und unglaublich farbintensiv, die Schauspieler mitreissend, und der Flair des Filmes unverkennbar.

.

Wir entschliessen uns, eine Filmnacht zu machen. Damit muss natuerlich Lorenas Mama einverstanden sein. Rachel gibt das Telefon ihrer Mutter, und wir hoeren aus der Distanz:
“Hm, yeah … yeah, the kids want to do a movie night.”
“Yes. Of course, the boy sleeps in the basement.” – und das nur, weil ich ein Junge bin.
Ehrlich gesagt, der Keller ist superkomfortabel, da schlafe ich gerne fernab von den Damen.

“I’ll be just in the bathroom!”, ruft Lorena und springt von Rachels Queensize-Bett. Rachel und ich laestern ueber sie, und als eine Gespraechspause eintritt, hoert man aus dem Badezimmer: “Keep on talking, guys!”
Wir reden weiter, als schallendes Gelaechter aus der Toilette kommt. “Keep talking!”
Wieder schallendes Gelaechter. “You farted, right?”, rufe ich.

Lorena kommt aus dem Badezimmer, mit rotem Kopf.
“I farted, but I didn’t want you to hear!”
.

The Curious Case of Benjamin Button

Brad Pitt als Mensch mit Gendefekt: Er kommt als alter Mann auf die Welt, und anstatt zu altern, wird er immer juenger. Als Dreijaehriger sieht er aus wie ein geschrumpelter Opa, und als fuenfjaehriger Faltenfritzi trifft er ein kleines, roothariges Maedchen, mit dem er sich schnell anfreudet. Jahre spaeter, als er etwa zwanzig ist und aussieht wie 50, trifft er das rootharige Maedchen wieder, und verliebt sich in sie. Im Herzrhytmus-Takt wird der gut erzaehlte Film durch oede Krankenhausszenen unterbrochen, in denen man die ehemalige Rotschoepfin als Greisin am Sterbebett liegen sieht, und der Film von der in Benjamins Tagebuch lesenden Tochter erzaehlt wird.

Die Idee ist grandios, und das Skript sowie die gesamte Interaktion der beiden Liebenden, die in verschiedene Richtungen altern, istr traurig und faszinierend zugleich. Der Film ist in grau-, ausgewaschenen blau- und Beigetoenen gehalten und ebenfalls viel zu lange. In der Hinsicht von Laenge haetten sich die Schreiber/kreativen Leiter des Projekts an Butterfly Effect eine Scheibe abschneiden koennen.

Nichtsdestotrotz, alleine schon wegen der Idee selbst sehenswert.

.

Nach einer mikrigen Runde Forest Gump sind die Maedchen schlaefrig und die Gernegross-Filmnacht vorbei. In dem Alter schon so weich in den Eiern sein, das kann gar nicht gesund sein.

« »