Finally, mein erster Bericht zu einer der – eigentlichen – Hauptaufgaben der Kleinmann Family Foundation:

Auf Colleges/Highschools gehen und dort Vortraege ueber unseren Auslandszivildienst, den Holocaust und die Rolle von Oesterreich zu halten. Bisher hatte ich die CHance nicht, weil zuerst Sommerferien waren, und danach die Zeit des Interessenten-Sammelns begann.

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Naomi, Chris und ich kommen an einem verregneten Tag letzter Woche bei einem College im Norden Montreals an. Das kahle 70er-Schulgebaeude, das dunkel gegen den bewoelkten Himmel ragt, koennte genauso gut ein Krankenhaus sein, und als wir es betreten, stellen wir fest: Es IST ein Krankenhaus, zumindest im Erdgeschoss zeugen krakelig gemalte Bilder von kleinen Patienten.

Mit einem rumpeligen Aufzug, dessen Boden mit Fliesen ausgelegt ist (?), fahren wir in den dritten Stock und gehen einen langen Gang entlang, auf eine offene Tuer zu. Unsere Klasse. Unsere erste Klasse. YES!

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Auch wenn wir den Powerpoint-Vortrag relativ gut geuebt haben, geschieht immer alles ganz anderes als man es sich erwartet. Ich fuer meinen Teil bin viel energetischer, wenn ich vor dreissig Menschen spreche, anstatt vor zwei – und die Ideen, die einem direkt waehrend einem Vortrag kommen, sind immer die besten.
Bewvor wir ueberhaupt loslegen, gibt es technische Komplikationen: der Beamer und der futuristische Computer im Lehrertisch wollen nicht so recht anspringen, die Klasse wird unruhig. Zeit, technische Hilfe zu rufen und waehrenddessen ohne grafische Unterstuetzung zu beginnen.

Die Schulklasse ist so durchgemixt wie die in den USA – alle moeglichen Hautfarben und verschiedenste Herkunftslaender, und bin durchaus ueberrascht als die Kids (die eigentlich aelter sind als ich) beachtliches Wissen ueber Oesterreich haben.
Ein Lehrer kommt, drueckt ein paar Knoepfe und der Beamer an der Decke springt an. Die Powerpoint-Praesentation hat 22 Folien, und auch wenn ich Powerpoint nicht ausstehen kann, fuegt es sich recht reibungslos ins Reden ein.

Die Tourguide-Erfahrung im Museum of Tolerance hilft mir auch hier weiter, die sogenannten “Facilitation-Tools”, woertlich “Vermittler-Werkzeuge”, mit denen man einen Dialog mit den Schuelern aufbaut anstatt einen Frontalvortrag zu geben, machen die Praesentation kurzweilig und intensiver. Chris und ich teilen uns die Zeit 50-50. Wir zeigen Nazi-Wahlplakate, den Stimmzettel fuer den Anschluss 1938, das Holocaustmahnmal in Wien (ein kniender Jude, der die Strasse schrubbt), den HC-Rap, FPOE-Plakate usw.

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Am Ende gibt es noch ein wenig Zeit fuer Q&A; meiner Meinung nach sind das die wertvollsten Minuten, in denen die Schueler durch ihre eigenen Fragen wirklich etwas mitnehmen koennen.
“After hearing so much about the atrocities commited during the Holocaust – are you proud to be Austrian?”

Gute Frage.

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