“Nude Photography” by Pascal Baetens

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Dieses Buch handelt ausschliesslich von der Fotografie nackter Koerper. Und zwar im kuenstlerischen, nicht pornographischen Stil.
Auf 256 Seiten in hoher Printqualitaet erklaert Pascal Baetens alle Faktoren, die in Nacktfotografie involviert sind. Dazu zaehlen Komposition, Farben, Licht und Schatten, Muster, Orte, Modelwahl, Umgang mit dem Model, Posen, Equipment, Geschichte, Bildwirkung usw. usw. – sehr umfangreich, sehr stark bebildert und mit einer beeindruckenden Anzahl an Bebilderungen.

Sehr brauchbar sind die verschiedenen Vergleiche, in denen man mehrere Fotos mit verschiedenen Einstellungen nebeneinander sieht.
Beispiel: Wie eine Frau von hinten gesehen wirkt, wenn sie normal aufrecht steht, und wie sie aussieht, wenn sie sich auf die Zehenspitzen stellt – der enorme Unterschied im Sex-Appeal ist einer der Gruende, warum High Heels in der Modefotografie so beliebt sind.
Eine andere Vergleichsserie waere die der Augenposition (sieht sie in die Kamera anstatt nach unten, gibt es lebendige Reflexionen am Augapfel), der verschiedenen Wirkungen von Belichtung, oder dem variablen Einsatz von Reflektoren und Kameraperspektiven. Das Buch ist voll von Vergleichen, und sie sind allesamt sehr anschaulich und lehrreich
Zugegebenermassen war ich nur bei ein paar Fotos des belgischen Autors begeistert, die meisten sind jedoch wahrscheinlich nur speziell fuer das Buch, zu Anschauungszwecken, angefertigt worden und daher visuell nicht besonder mitreissend (auf seiner Homepage rechtfertigt sich der Ruf als “einer der besten belgischen Fotografen” schon eher, auch wenn das Webdesign abscheulich ist).
Mein absolutes Highlight, und dafuer dicken Respekt an den Autor, ist das letzte Kapitel, in dem zehn Weltklasse-Nackfotografen extra fuer dieses Buch ein Bild anfertigten und ein Making-Of dazu in Wort und Bild verfassten.

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Wer mit Nacktfotografie beginnen will, ist mit diesem Buch exzellent beraten. Man sollte schon ueber ein Grundwissen in Fotografie verfuegen, um die Tipps und Kniffe umsetzten zu koennen, bzw. die Technik hinter den Bildern zu verstehen.
Fuer jemanden, der Beleuchtung lernen moechte, wuerde ich dieses Buch eingeschraenkt empfehlen, da die meisten Beispiele mit Sonnenlicht und maximal einem Reflektor/kuenstlichen Licht erzeugt wurden, und auf komplexere Lichtkonstruktionen nicht wirklich eingegangen wird.
Der Autor begruendet das mit seiner Vorliebe fuer simple bilder mit hohen Licht- und Schattenkontrasten.

Der Umfang ist wirklich reich, weitgehend alle Fragen sind erklaert, und die Bildbeispiele sind exakt auf das Buch zugeschnitten. Bis auf die paar Wuerganfaelle, die ich bei dem sporadisch aufscheinenden Maedchentyp “Germany’s next Wasserleiche” (blasse Haut, rote Haare, knabenhafte Brueste und knallrote Nippel) bekommen habe, ist das Buch fraglos ein Genuss gewesen … mmh.

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