Discover Miguel Bosé!

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Es ist 5:45 in der Frueh. Lorena und ich steigen ins Auto, mit meinem einzigen Koffer, die Kamera fein saeuberlich zerlegt und in meinem Rucksack verpackt. Um 7:20AM geht mein Flieger nach New York City, am naechsten Tag weiter mit der Bahn nach Montreal.
Der Minivan setzt sich in Bewegung und “Amiga” von Miguel Bose umstroemt uns im Inneren des Autos.
Ueberall ist Nebel, wohin das Auge reicht.

  1. Legal Eagle
  2. The discovery of a lost Pop Star
  3. Karottenunterwaesche
  4. Eiskrem-Facial
  5. Cinderella is dead
  6. Bauchnabelpiercing
  7. Die furzende Töle
  8. Room-Makeover, Downtown und Joghurt
  9. The Saddle Ranch Chop House
  10. How is that running with work?
  11. I don’t know where, I just know with whom..
  12. The Museum of Jurassic Technology
  13. Knotts Scary Farm
  14. The last Evening in Los Angeles

Ich war jetzt zwei Wochen in Los Angeles. Vierzehn Tage, in denen ich mich kaum mit meinen alten Bekannten traf, sondern so gut wie die ganze Zeit mit Lorena und ihrer Familie verbrachte. Vierzehn wunderschoene Tage.
In diesen Tagen habe ich die drei Monate Skypen und Belastung einer Fernbeziehung wieder aufholen koennen. So aehnlich, als wuerde man seine Aktien alle auf einmal verkaufen und alles in Bargeld von der Bank abholen.

Doch jetzt ist das Bargeld aus, die Wirtschaft driftet abwaerts, und wir walzen mit 75mp/h ueber den 405er-Freeway – straight to LAX Airport. Es ist ein unwahrscheinlich nebelig-nasser Morgen, Autohecklichter erzeugen einen diffusen Halo, und die Sicht reicht gerade einmal 100 Meter weit. Dieses Wetter habe ich noch nie in Los Angeles gesehen; Nebel ist hier wohl seltener als Regen, und den gibt es bloss ein oder zwei Mal im Jahr. Zufaellig ziehen gerade heute, am letzten Tag meines Ueberraschungsbesuchs, die Nebelschwaden durch den kalifornischen Mega-Vorort. Miguel Bose heult vor sich hin, waehrend mir Traenen in den Augen stehen und sich Lorena auf die Lippen beisst und flach atmet.
LAX ist, so wie alles andere in Los Angeles, riesig. Wir parken auf dem Dachgeschoss eines Parkhauses.

In der Lobby gestatte ich mir selbst einen Toilettenbesuch, komme zehn Minuten spaeter wieder heraus:
“Oh my god, I think I forgot my travelling information folder in your car! Lets get it quickly!”
“Do you want to check in first?”, fragt Lorena.
“I need this folder, there’s everything in there, passport, ticket…”

Wir kratzen mit dem Aufzug wieder hoch auf das Dach der Parkgarage. Nebel stroemt uns entgegen, all die orangen Lichter glimmen diesig aus der vermeintlichen Ferne. Als Lorena ihr Auto aufsperrt, ziehe ich ihr meinen Rucksack von den Schultern, stelle meinen Koffer ab und setze ihr meinen Hut auf.

“I told you, I have a little surprise for you. I hope you like it!”

Aus meiner Hosentasche ziehe ich ein Knaeuel aus Papierhandtuechern, die um etwas gewickelt sind – vorbereitet im Flughafenklo.
DO YOU, steht auf dem ersten.
REALLY THINK…
Unter diesen beiden Tuechern findet Lorena mein Notizheftchen, in das ich alle moeglichen Termine und Anmerkungen hineinschreibe. Auf einer der ersten Seiten findet sie ein abgerissenes Stueck Papierhandtuch
… THAT I WOULD FORGET THE LIFE OF JESUS IN YOUR CAR? (Dieses Buch habe ich auf dem Weg zum Freilichtkino gefunden und mitgenommen)
I AM NOT SORRY FOR… – umblaettern.
… PLAYING ON YOU
… LYING TO YOUR FAMILY
– ein letzter Klopapierzettel ragt heraus.
… I AM A WOMAN.

“That’s it?”, fragt Lorena verwundert. Jetzt verrate ich ihr mein duesterstes Geheimnis und alles, was ich dafuer bekomme, ist ein empoertes Gesicht? Kunstbanausin.
Amiga… friend. Ich schuettle meinen Kopf.
“Look closer.”

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