Ein letztes mal surfen. Mit einem echten Surferdude namens Matt. Blond-gewelltes, sonnengebleichtes Haar, Bart und Sonnebrille, und einen uralten Pickup-Truck als fahrbaren Untersatz – das ist die Definition eines Surferdudes.

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Nicht nur das, Matt fing nach seinem Stuidum an zu reisen, reist immer noch von Ort zu Ort und schlaeft im Truck oder bei Freunden – und wohnt jetzt voruebergehend in einem Zelt in unserer Garage. Gschmuftig, wuerde das Kommentar in meiner ehrbaren Ex-Schulklasse sein. Richtig gemuetlich eben.

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Wir fahren nach Mailbu, und oho, Erstaunen: Genau an den selben Strand, an dem ich mit Josh und Winston spazieren ging. Die Wellen waren klasse, ein bisschen zu wenige vielleicht, aber gute Richtung und schoenes brechungsverhalten. Aufzustehen habe ich trotzdem nicht geschafft.
Macht nichts, denn jeder Fehltritt ist gleichzeitig ein Versuch.

So betrachte ich alles im Leben: Tritt man daneben, weiss man, dass man es zumindest versucht hat. Und wer Dinge oft genug versucht, der wird gut darin. Das ist im Sport so, im Beruf, in der Liebe und im ganzen Leben.
Conclusio: Jeder Fehltritt ist ein Erfolg gegen den eigen inneren, faulen und kastrierten Schweinehund.

Ich habe dann noch eine Schweizerin getroffen. Sie reist quer durch die Welt – mit recht niedrigen Komfort-Anspruechen -, arbeitet hier und da als Snowborrrrdinstruktorli und mag Surflehrer werden, um sich noch ein paar kalifornische Broetchen zu verdienen. Korioserweise wehrte sie sich stur dagegen, Deutsch zu reden und blieb die ganze Zeit bei Englisch.
“Ich bin schon so eingeuebt in Englisch…”
Pah, Kulturbanausin.
Enweder sie war nicht mein Typ oder ich war lahm – und wir kuessten uns NICHT nach fuenf Minuten. Enttaeuschend. Tragoedie. Doch in jenem Moment der hoechsten Not kam schon das strahlende Sonnenscheinchen mit blonden Locken und bewaessertem Sixpack aus dem Wasser… habe dann Frollein Schweiz meinem Freund Matt vorgestellt und mich samt Board wieder in die Wellen geworfen.

Noch schnell bei Winston und seiner Huette vorbeigeschaut; ich hatte meine Handtelefon-Akummulator-Redistributorschnur (im Volskmund “Ladekabel”, wie nichtssagend) bei ihm vergessen. Winston war entzueckt von den Kriegsverletzungen, die ich aus der letzten Haifischattacke heimtrug…


Matt hatte am naechsten Tag wohl das Beduerfnis, ein bisschen Sprit in die Atmosphaere zu pusten, hat Miss Schweiz vom Strand abgeholt (sie macht einen USA-Trip in nem Auto), und sie verbringt die Nacht in unsrem Wohnzimmer als anonyme Couchsurferin…

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