Zuckerbrot und Peitsche, das sind die Mittel der modernen Kindeserziehung. Dumm nur, dass kein Mensch jemals ein Zuckerbrot gegessen hat, Peitschen nur was fuer uns Popoklatsch-BDSM-Pornopaerchen sind – und es bei einer Redewendung bleibt. Aber das Prinzip von Bestrafung und Belohnung bleibt dasselbe

In diesem Post geht es eben darum: Wie sieht es mit den Broten und dem Leder aus, oder warum fliegt man in den USA anders raus als in Oesterreich oder Deutschland?

.

Das Prinzip ist einfach: Es geht um Kommunikation. Es dreht sich alles um Kommunikation. Und das sieht man schon in der Sprechweise, der Begruessung.
Ich kann nur einen sehr bedingten Erfahrungsschatz vorweisen, da ich nie in Oesterreich gefeuert wurde, aber ich will mal versuchen, meine Erfahrungen in der Schule und Erzaehlung von anderen zu kombinieren, und ein wackeliges Bild zu beschreiben.

.

Kalifornien

Begruessung: Nice to meet you, how are you doing? Fine? Thanks, me too!

Zuckerbrot und Peitsche: Eine Schaumstoffpeitsche mit Zuckerwatte rundherum, hat aber am hintersten Ende ein fein verstecktes Hackebeil.

Wie man rausgeworfen wird: Man baut Mist.
Das erste Mal etwas falsch machen: Sie schauen dir zu.
Das zweite Mal etwas falsch machen: Sie schauen dir zu.
Das dritte Mal etwas falsch machen: Sie schauen dir zu.
Das vierte Mal etwas falsch machen: Sie schauen dir zu.
Das fuenfte Mal etwas falsch machen: Sie reden mit dir.
Das sechste Mal etwas falsch machen: Sie feuern dich.

.

Wien

Begruessung: Sers oida. NICHT IN DIESEM TON JUNGER MANN!

Zuckerbrot und Peitsche: Eine Lederpeitsche, und zu Weihnachten gibt es staubtrockenen Zwieback. Vielleicht.

Wie man rausgeworfen wird: Man baut noch ein bisschen mehr Mist.
Das minus erste Mal etwas falsch machen: Zaehlt nicht.
Das nullte Mal etwas falsch machen: Sie schuetteln den Kopf.
Das erste Mal etwas falsch machen: Sie reden mit dir.
Das zweite Mal etwas falsch machen: Sie reden mit dir und werden ziemlich autoritaer.
Das dritte Mal etwas falsch machen: Sie reden mit dir und werden ziemlich grantig.
Das vierte Mal etwas falsch machen: Sie reden mit dir und werden verdammt zornig und ernst und drohen dir.
Das fuenfte Mal etwas falsch machen: Sie rasten aus und sagen dir, mach das noch mal, und du bist hier raus.
Das sechste Mal etwas falsch machen: Sie feuern dich.

.

.

So, und wer findet am schnellsten den Unterschied? Ich habe vier Monate gebraucht…

« »