In der Stadt der Engel gibt es einen Bezirk, der sich “Arts District” schimpft. Ehemals ein stinkiges, heruntergekommenes, schmutziges, lautes, industrielles Gebiet in dem Menschen arbeiten, ist es jetzt ein stinkiges, heruntergekommenes, schmutziges, lautes, industrielles Gebiet, in dem Menschen auch noch WOHNEN. Und wir sind mittendrin.

Das zugehoerige Verb fuer StreberTV ist: to gentrify.

Gentrification ist der Prozess, in dem ein Bezirk oder Stadtteil wohnlicher gemacht wird. Das bedeutet das Reparieren von Strassenschaeden, Anpflanzung von Gruenzeug, gezielte Ansiedlung von gmiatlichen, reicheren Leuten und natuerlich das remodellieren von Gebaeuden.
Unser Loft war mal Teil einer Reifenfabrik. Hier, wo wir jetzt furzen und schwitzen, haben mal echte Fabriksarbeiter beim Herstellen von Reifen gefurzt und geschwitzt.

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Und da ihr ja so rattig auf bunte Bilder seid – nach der langen Aera meiner Kameralosigkeit -, will ich euch diesen Part natuerlich nicht vorenthalten…

Heissa, lang lebe die Junggesellenbude – sechs Maenner, fuenf Schlafzimmer, und genug Couches, um Maedels extern zu lagern.

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Ein romantischer Ausblick – das halb geoffnete Garagentor ist unseres, und von gegenueber – einer Palettenlagerstaette – schallt spanische Volksmusik. Oh, und der Muell auf der Strasse, den bekommt man gratis dazu.


Ein Blick vom Dach herab, das “LA Water and Power”-Hauptquartier ueberschattet die meterhohen Palettentuermchen.


Ich weiss, wenn icheuch jetzt nichts von drinnen zeige, platzt euch bald der Hosenbund – aber das Sears-Gebaeude (eine Allzweckhandelskette wie zB. Hofer/Aldi) sieht verdaechtig nach Hochsicherheitsgefaengnis aus. Oder zumindest thermonukleare Festung der 30er.


So kommt man von Mikey’s Zimmer aufs Dach: Durch eine schwere Falltuere. Fraeun und Kinder zuerst…


Unter dem Licht dieser Lampen schwitzten freudige Arbeiter, jetzt sieht man nur mehr Sharky auf der Couch schlafen, ein paar krasse Bilder an der Wand, Billiard, Darts, schwarze Couches, Pornos, Kondome, und alles, was der junge Gentleman eben so zum Ueberleben braucht.


Hinter den Vorhaengen ist Elliot sicher gerade mit sich selbst beschaeftigt – er wohnt direkt ueber der Kueche, rechts im Bild, nicht sichtbar, befinden sich die anderen Schlafraeume auf der oeberen Ebene. Die Zeichnung auf der Tuer heisst unsereins in der verpofelten Garage willkommen.


Hier gibt es dann mein Surfboard, einen Putzfrauen-Roller, und die dazugehoerigen, spartanischen Therapiesitzungs-Ohrensessel.

…. Wir kommen seiner Majestaet, Ibn bin Mohammad Jurtentuch II., Tobias Nomado bin Deml, sehr nahe, denn hinter diesem schwarzen Hauch von Samt befinden sich des Kaisers unbekleidete Momente.


Entschuldige die Unordnung Baby, aber ich habe wenigstens schoene lila Stoffe bei IKEA gekauft und an die Wand getackert.


Auch Genies muessen mal eine Stange Wasser beiseite stellen oder das Abwassersystem mit Bartstoppeln duengen.


Joe in der frisch genaehten Jeans, und Sharky beim Essen … halt, beim Essen MEINER Popcorn! MEINE POPCORN! RACHE!


Im Smog der eigenen Abgase versinkend, erfreut sich Downtown LA bester Gesundheit.

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Ein ausfuehrliches Taeterprofil meiner Roommates folgt dann spaeter mal. Falls ihr brav seid.

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