Was fuer ein grossartiges Gefuehl, dauernd beschaeftigt zu sein – und zu wenig Zeit zu haben, um das Erlebte niederzuschreiben: So geht es mir gerade, aber ich versuche mal, die Tage nachzuholen… Wer sich erinnert: Der letzte Post endete mit einer grossen Putzaktion. Wieso?

Weil wir das Loft bis zur Party sauber haben wollten, sodass die Gaeste die Wohnung dann verwuesten koennen.
Der maennliche Putzwahn ging natuerlich in chemische Kriegsfuehrung:
Wenn man waehrend der Party auf das Klo ging, wurden die Exkremente nach Verlassen der werten Arschritze in Sekundenbruchteilen gnadenlos pulverisiert. Und zwar von dem unmenschlich-stechenden BlingBling-Glanz, den ich mit diesem magischen Desinfektionsmittel (Inhalt: etwa eine Gallone Schwefelsaure, verduennt mit fluessigem Stickstoff) hingezaubert habe.

Kurz vor der Party ging Mikey hoch in seinen Room, waehrend wir uns vorm Fernseher einlullen liessen. Unsere gemeinschaftliche Volksverdummung wurde jedoch jaeh von einem ohrenbetaeubenden Staubsaugerschluerfen unterbrochen. Mikey saugte wohl sein Zimmer. Dave drehte den Kopf nach oben.

Ha, Mikey wants to get laid!

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Die Party am Samstag war abgedreht. Dave und der Typ, der vorher in meinem Zimmer war, jammten in der Garage, Elliot sang dazu (die drei sind eine Band), und wir hatten die perfekte GarageBand-Veranstaltung mit echten Instrumenten und keiner PS2.

An diesem Abend gab es 3 Maedels, die in Frage kamen.

Nummer 1: Mikey’s Boss. Mehr oder weniger zumindest, eine Mischung zwischen Kollegin und Anschafferin. Spaeter erzaehlte mir Mikey, sie haette einen festen Freund. Hab ich auch gehoert.
Zumindest duerfte die Beziehung wohl gerade auf dem schiefen Turm in Pisa stehen, sonst haetten wir wohl nicht die ganze Zeit diese ueblen Haendchen-halt-Spiele abgezogen.
Sie war natuerlich um die Mitte 20. Toby, Toby, Toby….

Nummer 2: Irgendne Goere, die prinzipiell die ganze Zeit auf Wettbewerbe und Konkurrenz geil war (Preisfrage: Hatte er sich als Frau verkleidet? Die Maske war zumindest ueberzeugend…). Sie zeigte mir ein Spiel, Beerpong. Da kein Bier mehr uebrig war, spielten wir es mit Sprite, aber das ist ja auch halb so wichtig. Sie gewann zumindest – zu meiner Schande – und erzehlte mir dann, dass sie seit 4 Jahren trainiert und mal von einem Vollidioten einAuto fuer ne Woche bekommen hat, weil er wettete, sie koennte den einen Becher nicht treffen. Echt maennlich von ihr … NEXT.

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The rules of Beerpong

  1. There is no such thing as beerpong.
  2. Nobody talks about beerpong, sinc it violates rule number one.
  3. It can be played by two or more people. Those who play it alone, are alcoholics.
  4. Two ping-pong-balls are involved. Over a long table, you have to throw them into Trefferbechers. You got two tries, then your opponent has the turn.
  5. After receiving the balls, you wash them in your Waschbecher. By washing them you get down all the dirt they collect when falling to the floor. This is the reason why we don’t need a Kotzbecher.
  6. When the opponent drops the ball in your Trefferbecher, you have to drink its content and put the now empty Trefferbecher aside.
  7. If you talk about beerpong – there is no such thing as beerpong – then you have to drink the content of all of your Trefferbecher, all the opponent’s ones, snore the content of the Waschbechers, smash the bechers, put them up your butt and eat the table! Seriously!

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Nummer 3: Recht nettes Maedel .. recht netter Flirt, bis es zu dem Punkt kam, weshalb sie so schoene, weisse Zaehne hat – weniger als Kompliment, mehr als den-Notizblock-griffbereit-und-gespannt-auf-das-Geheimrezept Frage.
“Oh, it’s always been like this! And I’m a bit obsessed with toothbrushing … you know, in the evening, in the morning, ..”
“Oh, wow.”
“Yeah, and I got a toothbrush in my purse…”
“What?”
“Here, look!”
Und sie holt doch glatt, vollen Ernstes ne Zahnbuerste und ne Zahnpasta aus ihrer Handtasche… HACKEFETT!!
Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeext.

Und dann, als ich ich Nummer 1 wieder meine Aufmerksamkeit schenken wollte, war Mikeys schoener Boss schon verschwunden. Was fuer ein Scheiss-Timing. Immerhin ist mein Zimmer jetzt sauberer… (und auf der naechsten Party ist sie bestimmt wieder da).

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Sonntag.

Nachdem alle verschlafen hatten, fahre ich mit Sharky zu nem Schrottplatz, nach nem Ersatz fuer meinen 240SX-Fahrersitz suchen. Die Traegerstange in der Lehne, geschweisstes Metall, ist einfach gebrochen. Damit ich ueberhaupt noch sitzen kann, habe ich den Sitz mit dem Wagenheber hochgeklemmt.

Wenn mir ein anderer Wagen hinten reinfahren sollte, macht der “Jack” – Wagenheber auf Angloamerikanisch – mit meinen Nieren Bekanntschaft… also besser einen Ersatz fuer den Sitz, anstatt fuer die Eingeweide, finden.

Doch keiner der kleineren Schrottplaetze hatte einen Ersatz; einer der Typen hat uns sogar ausgelacht und gemeint, dass der Fahrersitz von genau dem Modell und dem Baujahr pausenlos kaputtgeht.

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Als jeder finally aufgestanden war, sprangen wir alle in einen gemieteten Pickup-Truck und fuhren was Essen. Da drinnen nicht mehr genug Platz war, machte ich es mir auf der Ladeflaeche gemuetlich. Im 20 Jahre alten Mexiko-Hemd, das mir mein Papa geschenkt hat, und einem luftigen Zug durch die Zehen ging es in noerdliche Richtung. Industriegebiete, Parkplaetze, Stacheldraht, Geschaeftsinseln, Fastfood, Muell, … und dann kamen wir zu einem beunruhigenden Strassenabschniutt. Hunderte von Menschen auf den Gehsteigen – sehr untypisch fuer LA, speziell, wenn es keine Shops auf den Strassenseiten gibt -, Muellberge, Einkaufswagen. “Skid Row“, wie mir Mikey spaeter erzaehlte. Heimat der Heimatlosen.

In einem Strassenzirkel zwischen 3rd und 7th Street sowie Main und Alameda Street leben um die 7000-8000 Obdachlosen. Ich habe per GoogleMaps und StreetView sowie Live Search Maps ein paar Impressionen zusammengestellt.

Skid Row in Relation zu uns, etwa 10 Minuten mit dem Auto entfernt.


Ein Abschnitt, aus der Luft gesehen.


Von der Strasse aus …

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Danach ging’s in Downtown in eine geile, Multikulti-Einkaufshalle; wie der Naschmarkt in Wien, bloss ueberdacht und mit viel diverseren Menschen. Meine Kamera funktioniert leider noch immer nicht, deshalb kann ich euch keine Bilder zeigen. Auf der Strasse in Downtown LA verkaufen Menschen alles moegliche; Eis, Uhren, Aepfel, Schmuck, Sonnenbrillen, Eis, Eis und …. Eis!

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Ist dann immer gut, wenn man heimkommt und ein gutes Video sehen kann. Wer das folgende noch nicht gesehen hat, unbedingt ausleihen/kaufen:
TEAM AMERICA – WORLD POLICE

Mal abgesehen von den unendlich laecherlichen Marionetten ist es koestlich, wie die Filmemacher Amerika aufs Korn nehmen: Einen Batzen Terroristen jagen, erledigen und nebenbei noch das halbe Weltkulturerbe zerstoeren. Fuenf meiner Daumen hoch! (ja, Maedels, zaehlt mal nach…)

Featuring die romantischste Kotz-Szene der Filmgeschichte, Kim Jong Li in “I’m so lonely” und den besten Antiamerikanismus nach Michael Moore! Ein Wunder also, dass das schwarze Ledersofa trocken blieb.

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