Was zum Henker mag dieser fabuloese Titel nun schon wieder bedeuten, fragt sich der Leser.

Und ich kann nur recht eloquent antworten: Schaut mal auf eure Uhr. Denn heute bin ich um 4:30AM aufgestanden, nachdem ich um 1 Uhr schlafen gegangen bin. Meine Mama wird mir wieder Schlafentzug vorwerfen, doch ich hatte hoechste moralische Ziele … und zwar die Bay Street in Santa Monica. Nicht unbedingt die Strasse selbst, sondern viel mehr ihre Verlaengerung – die direkt ins Meer fuehrt.

Was ich euch noch nicht verraten habe, ein Geheimnis das direkt neben dem der Alchimisten steht: Vor zwei Tagen, Sonntag, habe ich mir via Craigslist ein Surfboard und gleich im Anschluss einen Wetsuit gekauft.

  • Shortboard – gebraucht: 90$
  • Longsleeve-Wetsuit – gebraucht: 50$
  • 140$ – in Euro: priceless

Ich fahre mit 75mp/h direkt von meinem Zuhause in den Sonnenaufgang hinein, parke den Wagen am Rand der Bay Street – for free um diese Zeit, gerade mal halb sechs – schnappe mir das Board und will schon runter zum Strand, als mich ein Homeless Guy anlabert. Edward war sein Name, er hatte ne fesche Decke um und hat mir allerlei Zeug erzaehlt.

Toby, did you hear it?! We just lost the big parts in the Universal Studios! The church from the ‘Future back to Technology” totally burned down, this pyrotechnician couldn’t put the fire out, and we lost two biiig parts! Man, they needed fifty firemen for it, and just announced that they got control over it! The church man, you knew it?! It’s totally burned down! The firemen could just end the fire today at 10 in the morning!!

Ich sehe auf die Uhr meines Autos. 5:50. In der Frueh.
Ein sehr netter Kerl, bloss leider hat er wohl sein Hirn mit Whiskey ordentlich weichgekocht. Nichtsdestotrotz: Obdachlose sind in fast allen Faellen toatl interessante Menschen, die dir ein bisschen was von der Welt ausserhalb von gstopften Hietzinger Kindern erzaehlen, von einer Welt, in der du kein Bett hast, zu dem du jeden Abend zurueckkehrst, und kein sicheres Einkommen, das du an jedem Monatsende bekommst.

Als ich dann druassen auf meinem neuen 6’6″ (6 feet, 6 inches, ein bisschen mehr als 2.000.000 meter) Board lag und auf den Strand schaute, ging die Sonne direkt zwischen zwei Hotels auf, die Palmen brannten eine harte, schwarze Silhouette gegen die gleuhenden Wolken. Und mir wurde richtig warm ums Herz im kalten Wasser, als ich mich daran erinnerte, dass das genau das war, was ich tun wollte: Surfern.
Und jetzt ist es soweit. Das Board passt in mein Auto, der Westuit passt perfekt an meinen Koerper, und ich passe perfekt auf mein Board. Es ist mindestens zwei Feet kuerzer als das letzte, viel schmaler und viel, viel leichter. Ein zweischneidiges Schwert: Zum einen ist es leichter zu tragen und somit bequemer, zum anderen viel einfacher zu navigieren – zum anderen, es ist um EINIGES schwerer, aufzustehen und benoetigt einen viel hoeheren Skill, ausserdem verliert man schnell die Kontrolle darueber. Ich war zwei Stunden surfen und habe es einmal hingekriegt, aufzustehen. War ein geniales Gefuehl!

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Und kaum komme ich um 8 Uhr morgen aus dem Wasser, treffe ich Anthony, nen 50-jaehrigen Surfer und Fotografen. Er schreibt mir noch shcnell seine Mailadresse auf und verschwindet in Richtung Strand, bis ich Anthony und zwei andere Obdachlose wiedertreffe. In den schoenen Strandorten gibt es – ueberraschenderweise – ne Menge Heimatloser.

Was dann jedoch unglaubliches NACH dem langen Arbeitstag passierte, erzaehlt euch der Onkel beim naechsten Mal…

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