Mein Lieblingslied. Oder zumindest eines der vielen Lieblingslieder, die ich ueber OC California kennengelernt habe – die Pluspunkte dafuer darf sich der hannes alle auf die Stirn kleben! 😉

.

Wie auch immer, der Titel dieser Symbiose von Kate Bush und Placebo passt perfekt zu dem, was ich heute gemacht habe. Ich wollte das Hollywoodsign von ganz nah sehen. Wer kennt es nicht, sicher einer der bekanntesten Schriftzuege in unserem Kulturkreis. Was viele nicht wissen, ist, dass frueher dort “HOLLYWOODLAND” stand, und das “LAND” haben sie spaeter entfernt. Und wir wissen inzwischen, dass jeder 1,5. Einwohner der Stadt (ca. 0,67 Euro) Schauspieler, Model, Wannabe, Pin-Up, Zweitklassiger Pornodarsteller, Drittklassiger Filmproduzent oder viertklassiger Amateurregisseur ist.

Der Grund dafuer, dass man heutzutage nicht mehr direkt zum Hollywoodsign darf – es beruehren, abschlecken, korpulieren, whatever – ist, dass zu viele der oberen Moechtegerngruppen sich dazu entschieden haben, ihr jaemmerliches Dasein in einem Finale Furioso enden zu lassen, einem bedeutenden Platz – also wieso nicht einfach mal nach dem Fruehstueck vom “Y” runterhupfen?

Seitdem gibt es einen Zaun rundherum, und weniger tote Schauspieler.

.

Auf googlemaps gesucht, wie man am Besten hochkommt, und dann Valentin und Lukas die Idee gemailt. Ich konnte sie nicht anrufen, weil mein Handy temporaer gesperrt war – hab wohl uebersehen, dass mein monatlicher beitrag in die Kaffeekassa der Firma Boost Mobile schon am 1. April faellig war .. da hatte ich aber wichtigere Dinge, die nationale Sicherheit betreffend, zu tun, wie ihr aufmerksamen Heinzelmaennchen und Heinzelmaennchinnen bestimmt schon wisst.

Schlussendlich war die Konstellation Valentin, Sebastien, und ich. In Valentins Auto fuhren wir, mit grausamer Musik von einer 40-jaehrigen Myspace-Schreckschraube, die er in nem Irishpub kennengelrnt hat, bis auf einen Drecksparkplatz – der war gratis, siehe einer an. Von ortskundigen Kids haben wir den Weg beschrieben bekommen. “It’s about 10 to 20 minutes”, sagte er mit seiner knabenhaften Stimme eines 20-jaehrigen.

Verflucht knabenhaft, denn er hat sich ca. um den Faktor 10 verschaetzt gehabt.

.

.

Nachdem wir uns richtig fest verkoffert hatten, die Hand vor den Augen nicht mehr sahen – Nebel bei Nacht juchee – den Ausblick aufgeilend fanden und ne Menge verwackelter Langzeitbelichtungsfotos aus der freien Hand geschossen hatten, in guter alter Pfadfindermanier mit Aesten die Weggabelungen markierten, auf denen wir abbiegen mussten (zurueckfinden war der zweite Streich, doch der erste folgt sogleich), kamen wir dem Ziel endlich nahe. Mir ging DERBST einer ab (das krieg ich nie wieder rausgewaschen..), als ich die Szenen sah.. wie in einem Film. Nebelschwaden ziehen langsam und voller rauchiger Turbulenzen ueber die Strasse, durch Buesche, Kontrolleuchten werfen lange Strahlen durch die dicke Luft und alles erscheint in Silhouettenhafter Optik – wow, ich werde diesen Huegel verflucht noch mal ehelichen.

Irgendwer in den USA hat ja auch mal einen Felsbrocken geheiratet, zum Pocket-Berg ist es da nur noch ein kleiner Schritt!

.
Als wir dann zur Radiostation – oder so aehnlich, ein hoher Funkmast samt dicker Anlage am hoechsten Zipfel von Los Angeles – kamen, war es wie in einem Bond-Movie. “Cheesy”, wuerde meine Arbeitskollegin Kathy sagen (aber die findet auch meine Idee, Racing Stripes auf mein Auto zu kleben, cheesy, zaehlt also nicht). Die Scheinwerfer durch den Nebel, vorbei am Mannshohen Zaun mit Stacheldrahtkroenung, ner Menge Videokameras, mehr Zaeunen, Durchfahrtsschranken und Ketten, rote Kontrollampen an den Masten fuer Flugzeuge – und waere das nicht genug, kommt von drinnen auch noch ein Jeep mit manuellen Scheinwerfern herangebraust. Ein Officer steigt aus, volle Montur.

“What are you doing here? I saw you already on the cameras way back down the hill”

“Oh, we just walked up to see the Hollywood sign..”

“You know, this is actually all around a restricted area.”

.

Das Hollywoodsign schimmerte neben uns – den Abhang runter – im Nebel.

Und bevor wir noch eine wilde Schiesserei in Arnie-Manier anfangen konnten, fanden wir uns dank unserem oesterreichischem Charme, Sebastien’s franzoesisch-kanadischer Unwiderstehlichkeit und des Officer’s offene Art bald wild kuessend am Zaun wieder… aeh, wir unterhielten uns ueber andere Dinge. Er kommt aus Vietnam, hat grade mal einen Kollegen auf dieser spannenden Arbeitsstele und findet die Sicherheitsbedingungen etwas streng – aber sie seien gut, solange dadurch Sicherheit gewaehrleistet ist. Er empfahl uns einige Wege, wir wir besser ans eingezaeunte Hollywoodsign rankommen…

“When you’re coming from down there, you just park somewhere at the metal gates, and then you hike up the dirtroad. But remember, don’t hike too far up, over the restriction line, or the sensors will catch you, and they’re coming with helicopters from the other side to stop you…”

Ordentlich Selbstmord zu begehen, ist hier ein mindestens so hartes Business wie Schauspiel selbst..

Aber immerhin, wenn man den Dreh raushat, steht man mit geoeffnetem Hemd auf dem “H”, wird von Antiterror-Helikoptern umkreist und stirbt wie ein Rockstar!

« »