Wer sich noch daran erinnert, dass ich kitschigerweise ein zerfleddertes Buch ueber Schauspiel gefunden habe, der ist jetzt etwas mehr im Bilde.

“ACT NOW” by Peter Jazwinski.

Ich lese das Buch mehr oder weniger jeden Tag ein bisschen weiter. Nachdem die bodenstaendige Theorie zusammengefasst wurde, kam folgender Abschnitt, der “Acting Test 1:”

Walk to your neighbor’s house and ask to borrow a pair of socks. Why you need them is up to you. Try not to spend any time thinking about your story. Just walk over and ask for a pair of socks. If he asks you why, you’ll have to improvise a reason. If he won’t give them to you, that’s okay. The important thing is to try.

Jetzt stellt euch folgende Situation vor .. ich sitze hier im Wohnzimmer im Bademantel und Boxershorts, es laeuft leiser Electronic, damit Sebastien nicht aufwacht, der schon pennen gegangen ist, und Ernie ist gerade beschaeftigt. Ich denke mir, gut, ich lese ab jetzt nicht mehr weiter, bis ich das gemacht habe. Morgen frueh geh ich einfach rueber.

In Los Angeles gehen die Leute tendeziell frueher schlafen, die Parties hoeren tendeziell frueher auf, und die Clubs machen alle frueher zu. Es ist 10:56, schon spaet fuer eine Stadt wie L.A. – tja, und es ueberkommt mich, ich stapfe die Stiegen hoch, packe Handy und Haustuerschluessel ein und gehe in die kuehle Nacht hinaus, zum naechsten Apartment. Es brennt Licht. Eine Sekunde, nachdem ich klopfe, hoere ich das Gebell einer kleinen Ratten-Toele, und irgendwas, so scheint mir, schlaegt dumpf auf derTuer auf (vielleicht habe ich mir das auch nur gewuenscht). Zehn Sekunden spaeter oeffnet mir eine 50-jaehrige Asiatin die Tuer und ihre Promenadenmischung mit DJ-Bobo-Stirnfransen bis zur Sabberfresse runter komt herausgehuepft.

“Hi! I’m your neighbor, there, #409, and, the point is, I need socks. Can you borrow me socks?”, sage ich und zeige auf die Tuer. “I have to work tomorrow in a museum, and I just have those short socks leftbut I need long ones.”, waehrend ich ihr meine Kasler entgegenrecke und die unter-knoechel-langen Socken praesentiere.

“White ones?” “Black ones would be better” “I will have a look” … und die Tuer geht zu. Ich lache mich lautlos kaputt, als die tuer wieder aufgeht und die Dame zwei Socken zum Besten gibt. “Thanks! Cool, what’s your name again?” “Jenniffer” “I’m Toby, thanks and good night!”, und als ich zurueckwtschle, die Tuer bereits wieder zuging und der nervige Koeter wieder in seiner Wohnung steckt, lache ich wiederholt “Na guuut” vor mich hin. Ich glaube, ich werdehier noch ne Menge Spass haben.

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